Schweizer-Franken-Darlehen

Euro verliert an Wert im Verhältnis zum Schweizer Franken

Nachdem die Schweizer Notenbank (SNB) Mitte Januar 2015 entschieden hat, die Bindung des Schweizer Franken an den Euro aufzugeben, hat der Euro im Verhältnis zum Schweizer Franken massiv an Wert verloren. Das wird vor allem zum Problem für diejenigen, die Darlehen (insbes. Immobiliendarlehen) vor einigen Jahren als Schweizer-Franken-Darlehen aufgenommen haben, weil der Zinssatz günstig war.

Höhere Kosten bei Schweizer-Franken-Darlehen

Der Darlehensnehmer eines Schweizer-Franken-Darlehens muss nun schon für die laufenden Annuitäten 20% mehr aufbringen. Wird das Darlehen in Kürze zur Rückzahlung fällig, gilt dies auch für den abzulösenden Betrag. Aber auch bei noch längerer Laufzeit können Unannehmlichkeiten entstehen, da die ersten Banken angesichts des gestiegenen Risikos von ihren Kunden nun höhere Sicherheiten verlangen. Wer seine Zinsrisiken mit einem Swap-Geschäft abgesichert hat, muss mit einem erheblichen negativen Marktwert des Swaps rechnen. Das gilt erst recht für Cross-Currency-Swaps.

Beratungsfehler der Bank? Falscher Widerruf?

Hoffnung besteht für Bankkunden, die bei Abschluss des Darlehens nicht über das Wechselkursrisiko aufgeklärt wurden. Dies sollten Sie fachkundig prüfen lassen. Dasselbe gilt, wenn die Bank von Ihnen höhere Sicherheiten verlangt, auch hier kommt es auf die vertragliche Gestaltung an, ob dieses Begehren berechtigt ist.

Ein Ausweg kann aber auch darin liegen, dass möglicherweise die damals erteilte Widerrufsbelehrung unwirksam war und die Widerrufsfrist gar nicht in Gang gesetzt wurde. Das sollte unbedingt fachkundig geprüft werden. Zeigt sich dabei, dass die Belehrung falsch war, besteht nach wie vor die Möglichkeit des Widerrufs des Darlehensvertrages. Allerdings ist es erforderlich, sich vorher mit dem Darlehensbetrag einzudecken, da dieser 30 Tage nach dem Widerruf fällig wird. Angesichts der niedrigen Zinsen kann das aber unter dem Strich ein günstiger Deal sein.

Es gibt also durchaus Chancen, aus dem Schweizer-Franken-Desaster sogar noch etwas herauszuholen.

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